Das Stieglerhaus veranstaltet alle zwei Jahre ein Literaturfestival, in dessen Rahmen der Österreichische Literaturpreis für Erzählungen ausgeschrieben wird. Gesucht werden unveröffentlichte Erzählungen zu einem frei gewählten Thema. Teilnahmeberechtigt sind Autorinnen und Autoren mit Wohnsitz in Österreich, die in deutscher Sprache schreiben und bereits literarische Texte in namhaften Literaturzeitschriften, im Feuilleton oder in Buchform veröffentlicht haben.
Als Kurator fungiert Stefan Gmünder, Literaturkritiker der Tageszeitung Der Standard.
Die Jury setzt sich aus namhaften Literaturexpertinnen zusammen.
Das Festival fand bislang dreimal statt – in den Jahren 2020, 2022 und 2024.
Die bisherigen Preisträgerinnen sind Irene Diwiak, Ulrike Haidacher und Simone Hirth.
Das 4. Literaturfestival „WORTE BEWEGEN“ findet am 9. und 10. April im Stieglerhaus in St. Stefan ob Stainz statt
Da Barbara Frischmuth einen engen persönlichen Bezug zum Schilcherland und zum Stieglerhaus hatte und als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Erzählkunst in Österreich gilt, möchten wir ihr ein bleibendes Andenken setzen und sie als Namensgeberin für unseren Literaturpreis ehren.
Künftig wird das Literaturfestival Worte bewegen daher alle zwei Jahre den „Barbara-Frischmuth-Preis“ für Erzählungen vergeben.
Es freut uns außerordentlich, mit diesem mit 5.000 Euro dotierten Preis ein Zeichen der Wertschätzung und der Erinnerung an Barbara Frischmuth setzen zu können. Damit soll ihr bedeutendes literarisches Schaffen, insbesondere ihre Erzählkunst, gewürdigt und sie als Vorbild und Inspiration für künftige Generationen von Literatinnen sichtbar gemacht werden.
Der erstmalige Barbara-Frischmuth-Preis wird im Rahmen des Literaturfestivals Worte bewegen, das am 9. und 10. April im Stieglerhaus stattfindet, verliehen.
Zudem wird ein mit 3.000 Euro dotierter Preis der Jury vergeben sowie ein Stieglerhaus-Stipendium, das eine dreiwöchige Residency im Stieglerhaus beinhaltet.

Foto: Stieglerhaus, am 6. August 2023
Barbara Frischmuth, geboren 1941 in Altaussee, Steiermark, und daselbst am 30.03.2025 gestorben, studierte ab 1959 zunächst Englisch und Türkisch, dann Ungarisch und Türkisch (Dolmetscherin) an der Universität Graz, erhielt 1963 ein Dolmetsch-Diplom in Türkisch und 1964 einen Abschluss als akademisch geprüfte Übersetzerin, 1964-66 studierte sie Orientalistik in Wien. Ab 1966 war sie hauptberuflich als Schriftstellerin und Übersetzerin tätig.
Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee und verbrachte ihre Sommer gerne im Schilcherland.
In ihren Erzählungen, Romanen und Theaterstücken setzte sie sich mit der Situation der Frau in der Arbeitswelt auseinander und behandelte die Begegnung von orientalischer und westlicher Kultur. Darüber hinaus hat sie zahlreiche Werke aus dem Englischen und Ungarischen übersetzt.
Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979).

Foto: M. Cremer
Stefan Gmünder, geboren 1965 in Bern, lebt seit mehr als 30 Jahren in Wien, wo er als Redakteur der Tageszeitung Der Standard und der Literaturzeitschrift Volltext arbeitet. 2015 bis 2019 war er Juror beim Ingeborg Bachmann Preis in Klagenfurt. 2021 wurde er mit dem Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik ausgezeichnet.

Foto: Clarissa Stadler
Geboren 1964 in Wien. Literaturwissenschaftlerin, Essayistin, Kritikerin (F.A.Z., Der Standard u.a.). Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft, Philosophie, Geschichte an der Universität Wien, Diplomarbeit über Christian Morgenstern, Dissertation zu Theodor Kramer. 2005 Scholar in Residence an der Rutgers University, NJ, lehrt seit 2007 am Institut für Germanistik der Universität Wien, 2018 Habilitation (Neuere deutsche Literatur), 2021 Gastprofessur für Gender Studies an der Universität Salzburg. Mitglied im Kritikerteam des Literaturclubs im Schweizer Fernsehen SRF. Gehörte u.a. der Jury des Ingeborg Bachmann Preises (Klagenfurt), des Deutschen Buchpreises sowie des Preises der Leipziger Buchmesse an. Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik 2001, Max Kade Essaypreis 2007, Alfred Kerr Preis 2013, Berliner Preis für Literaturkritik 2015, Johann-Heinrich-Merck-Preis 2019. „Wahrscheinlich bin ich verrückt …“ Marlen Haushofer – die Biographie (2009). Zuletzt: »Berühmtsein ist nichts«. Marie von Ebner-Eschenbach. Eine Biographie (2016); Alles muss man selber machen. Biographie. Kritik. Essay (2018); Peter Rosegger: Ausgewählte Werke in Einzelbänden (Mithg., 2018); Gedankenspiele über die Faulheit (2021), Sinn und Sinnlichkeit. Lesen, verstehen, schwelgen. Münchner Rede zur Poesie (2021).

Foto: Stefan Fertig
Elke Schmitter wurde 1961 in Krefeld geboren. Sie studierte in München Philosophie und war von 1992 bis 1994 Chefredakteurin der taz, anschließend freie Mitarbeiterin der Wochenzeitung Die Zeit und der Süddeutschen Zeitung. Von 2001 bis 2022 gehörte sie der Redaktion des Nachrichtenmagazins Der Spiegel an. Sie hat Gedichtbände, Erzählungen und Romane veröffentlicht, darunter „Frau Sartoris“ (2000) und zuletzt „Alles was ich über Liebe weiß, steht in diesem Buch“ (2024).

Foto: Literaturhaus Zürich cayseyavas